4. ABONNEMENTKONZERT
Donnerstag 23. April @ 20:00

Zuletzt hatte er im Juni 2017 beim GKO an einem Konzertabend mit Werken von Felix Mendelssohn mitgewirkt. Jetzt kehrt Linus Roth nach Ingolstadt zurück, um ein Meisterwerk des 20. Jahrhunderts zu gestalten: das „Concerto funebre“ von Karl Amadeus Hartmann. Die Moderne zählt zu den besonderen Spezialitäten des ehemaligen Chumachenco-Schülers aus Oberschwaben, der in Augsburg eine Professur innehat. Von den Nazis als „entartet“ gebrandmarkt, wählte der Münchner Komponist Hartmann für sich das „innere Exil“, um vor allem im Ausland große Erfolge zu verbuchen. Mit dem „Concerto funebre“ hat Hartmann 1939 ein erschütterndes Bekenntnis für (Mit-)Menschlichkeit geschaffen, eine Reaktion auf den Beginn des Zweiten Weltkriegs. Im letzten Satz zitiert Hartmann den deutschen Trauerchoral „Unsterbliche Opfer“, der auch in Osteuropa bestens bekannt ist – als Revolutionsgesang. Die „Ciaconna“ in d-Moll aus der Partita für Solo-Violine BWV 1004 greift den Trauergestus auf. Johann Sebastian Bach hatte sie im Sommer 1720 komponiert, nachdem seine Frau kurz zuvor verstorben war – samt versteckten Chorälen, die um Tod und Auferstehung kreisen. In den ersten beiden Sätzen seiner Sinfonie Nr. 26 zitiert hingegen Joseph Haydn liturgische Passionsmusiken, die er choralartig durchführt, – deswegen der Werktitel „Lamentatione“. Von grüblerischem Charakter ist wiederum Haydns Sinfonie Nr. 22 geprägt, passend der Beiname „Der Philosoph“.

 

Johann Sebastian Bach: Chaconne d-Moll für Violine Solo
Karl Amadeus Hartmann: „Concerto funebre“ für Violine und Streichorchester
Joseph Haydn: Sinfonie Nr. 26 „Lamentatione“
Joseph Haydn: Sinfonie Nr. 22 „Der Philosoph“

Linus Roth: Violine
Ruben Gazarian: Leitung

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