7. ABONNEMENTKONZERT
Donnerstag 17. März @ 20:00

Er zählt zu den führenden Klarinettisten und Komponisten der Gegenwart. In dieser Doppelfunktion hat Jörg Widmann das Musikleben entscheidend geprägt. Auch bei seinem Gastspiel in Ingolstadt ist der gebürtige Münchner mit diesem Profil zu erleben. Dabei rückt der Abend das Lyrische und Kantable ganz besonders in den Fokus. Manches in den Werken wirkt fast schon wie die Übertragung des Gesangs auf die Instrumentalmusik, explizit in Widmanns „Aria“ für Streicher. In Aldeburgh 2015 komponiert, ist das Stück tatsächlich eine Arie im Wortsinn. „Die vielstimmig geteilten Streicher erscheinen als imaginäre Gesangsstimmen“, so Widmann – elegisch gehalten und jede Stimme einzeln geführt. „Den Part der Sängerprotagonisten übernehmen die konzertierende Solovioline und Solobratsche.“ Wie eine langsame Gesangsarie wirkt zudem der Mittelsatz aus dem Klarinettenkonzert. Dagegen lebt das Largo des zweiten Satzes aus der 1787 komponierten Sinfonie Nr. 88 von Joseph Haydn ganz von einem sehnsuchtsvoll singenden Thema von Oboe und Solo-Cello. Nach einem jähen Fortissimo-Ausbruch erklingen in diesem Largo plötzlich, erstmals in einer Haydn-Sinfonie, Pauken und Trompeten. Für solche Überraschungseffekte war schon Carl Philipp Emanuel Bach bekannt. Seine vier Sinfonien Wq 183 von 1775/76 verweisen in ihrer Ereignisdichte und Ausdruckswelt bereits auf die phantastische Romantik.

Carl Philipp Emanuel Bach:
Sinfonie in F-Dur Wq 183/3

Jörg Widmann:
„Aria“ für Streichorchester

Wolfgang Amadeus Mozart:
Klarinettenkonzert in A-Dur KV 622

Joseph Haydn:
Sinfonie Nr. 88 in G-Dur Hob I:88

Jörg Widmann: Klarinette
Ariel Zuckermann: Leitung

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