8. ABONNEMENTKONZERT
Donnerstag 15. Oktober @ 20:00

Seine Tonsprache sei an keine bestimmte Richtung gebunden. „Ihre österreichisch-ungarische Abstammung verleugnet sie allerdings nicht.” So beschreibt Jenö Takács seine Musik. Unter Ruben Gazarian stellen der Pianist Oliver Triendl und die Geigerin Nina Karmon den Weltreisenden vor. Als gebürtiger Ungar zieht Jenö Takács zunächst nach Wien, um Klavier und Komposition zu studieren. Vor den Nazis flieht er nach Ungarn zurück. Dort lernt er Béla Bartók kennen. Als auch in Ungarn die braunen Kräfte stärker werden, verlässt er seine Heimat, um sich im ägyptischen Kairo niederzulassen. Hier unterrichtet er am Konservatorium und hilft bei der Organisation einer internationalen Tagung für arabische Musik, die auch von Bartók besucht wird. Zu dieser Zeit gilt Takács als „arabischer Bartók“, weil er – wie sein Landsmann – Volksmusiken aufzeichnet und zugleich die Rhythmik schärft. Auf Kairo folgt Manila, wo Takács die Musik von Eingeborenen sammelt – eine musikethnologische Pionierarbeit, die am Kulturhistorischen Museum in Wien dokumentiert ist. Als eine Rückkehr nach Ungarn wegen des Kommunismus unmöglich wird, geht Takács nach Amerika. Erst 1970 kehrt er zurück: ins burgenländische Siegendorf. Neben Bartók pflegte Takács eine Freundschaft mit Alban Berg, Paul Hindemith, Zoltán Kodály, Ernst von Dohnányi und György Ligeti. Alle diese Einflüsse äußern sich in seinem Schaffen, wie die Werkschau in Ingolstadt eindrücklich zeigt.

 

Jenö Takács:
American Rhapsody
Rhapsody (Ungarische Weisen) für Violine und Streichorchester
Serenade nach Alt-Grazer Kontratänzen
Passacaglia
Konzert für Klavier, Streichorchester und Schlagzeug

Oliver Triendl: Klavier
Nina Karmon: Violine
Ruben Gazarian: Leitung

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