9. Abonnementkonzert – Sergei Nakariakov
Donnerstag 14. November @ 20:00

Für seinen zweiten Auftritt beim GKO als diesjähriger „Artist in Residence“ reist Sergei Nakariakov mit einem Werk an, das ursprünglich für Cello und Orchester gesetzt ist: die „Rokoko-Variationen“ op. 33 von Peter Tschaikowsky von 1876. In diesem Werk, das heute in einer Fassung für Flügelhorn und Orchester erklingt, reflektiert Tschaikowsky nicht einfach ein Thema im Stile Mozarts. Vielmehr bekennt er sich zu einer entschlackten Klassizität. Das Thema stammt von ihm selbst. Mit der 1892 vollendeten Serenade für Streicher op. 20 hat Edward Elgar ein Werk komponiert, das an frühere Ständchen anknüpft, um auf engem Raum zugleich romantische Ausdrucksmöglichkeiten zu erproben. Einer Autobiographie auf engem Raum gleicht wiederum das Streichquartett Nr. 8 von Dmitri Schostakowitsch, das der Dirigent Rudolf Barshai zur Kammersinfonie op. 110a für Streichorchester bearbeitet hat. Hier ist das tönende Monogramm Schostakowitschs allgegenwärtig: das d-(e)s-c-h-Motiv. Dahinter verbergen sich die Initialen seines Namens in deutscher Schreibweise. Noch dazu zitiert Schostakowitsch eigene Werke sowie alte russische Gefangenenchöre, ein subtiler Protest gegen den sowjetischen Stalinismus. Mit der dissonanzreichen Chromatik und komplexen Stimmführung in der „Großen Fuge“ op. 133 hat Beethoven die damaligen Hörgewohnheiten überfordert, um weit in die Zukunft vorzudringen. Ursprünglich sollte mit ihr das Streichquartett op. 130 enden.

Edward Elgar: Serenade für Streicher
Peter I. Tschaikowsky: Rokoko-Variationen (Fassung für Flügelhorn und Orchester)
Dmitri Schostakowitsch: Kammersinfonie op. 110a (Bearbeitung für Streichorchester von Rudolf Barshai)
Ludwig van Beethoven: Große Fuge op. 133

19:10 Uhr findet die Konzerteinführung mit Marco Frei statt.

Sergei Nakariakov, Trompete
Boian Videnoff, Leitung

via georgischeskammerorchester.de

Diese Veranstaltung wird von der IN-Direkt Redaktion empfohlen.